{"id":2150,"date":"2016-08-11T15:06:16","date_gmt":"2016-08-11T19:06:16","guid":{"rendered":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=2150"},"modified":"2017-01-01T13:47:40","modified_gmt":"2017-01-01T18:47:40","slug":"bacchus-in-thebe-ein-dithyrambischer-stegreifgesang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=2150","title":{"rendered":"&#8220;Bacchus in Thebe. Ein dithyrambischer Stegreifgesang.&#8221;"},"content":{"rendered":"<div id=\"aei-root\" lang=\"en-GB\"><!-- suid=150 --><\/p>\n<dl id=\"aei-dl-meta\">\n<dt>Performer Name:<\/dt>\n<dd>Fantastici<\/dd>\n<dt>Performance Venue:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Performance Date:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">&nbsp;<\/dd>\n<dt>Author:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Date Written:<\/dt>\n<dd>1807<\/dd>\n<dt>Language:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">German<\/dd>\n<dt>Publication Title:<\/dt>\n<dd>Morgenblatt f\u00fcr gebildete St\u00e4nde<\/dd>\n<dt>Article Title:<\/dt>\n<dd>Bacchus in Thebe. Ein dithyrambischer Stegreifgesang.<\/dd>\n<dt>Page Numbers:<\/dt>\n<dd>729-31<\/dd>\n<dt>Additional Info:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">1 August 1807 issue (No. 183)<\/dd>\n<dt>Publisher:<\/dt>\n<dd>J. G. Cotta&#8217;sche Buchhandlung<\/dd>\n<dt>Place of Publication:<\/dt>\n<dd>Stuttgart<\/dd>\n<dt>Date Published:<\/dt>\n<dd>1807<\/dd>\n<\/dl>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Text:<\/strong><\/p>\n<blockquote id=\"aei-blockquote\" lang=\"de\">\n<p>[729] Bacchus in Thebe.<\/p>\n<p>Ein dithyrambischer Stegreifgesang.<\/p>\n<\/p>\n<p>(nach dem Itali\u00e4nischen der Sulgher Fantastici)<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nIn Thebes N\u00e4he kam Li\u00e4us,\r\nDa dr\u00e4ngten, frommen Eifers voll,\r\nZahllose Schaaren sich um ihn;\r\nVergessen ist des Pentheus Name,\r\nUnd Bacchus! T\u00f6nt es \u00fcberall.\r\nIn tausend Stimmen t\u00f6nt's zum Himmel:\r\nLi\u00e4us, holder Gott und J\u00fcngling!\r\n\r\n     Es lebe der Vater der purpurnen Rebe!\r\n     Des sch\u00e4umenden Weines Erfinder!\r\n     Der seligsten Freunden Verk\u00fcnder!\r\n     Der Sorgen-Verscheucher lebe!\r\n\r\nSehr ihr das stolze Schiff sich nahen?\r\nVon Thyrsus schwer, und rings umgr\u00fcnt\r\nVon Epheu, der aus Einem Zweige\r\nZugleich mit gl\u00fchend reifen Trauben\r\nVereinigt, \u00fcppig treibend sprosst,\r\nAn jenem Tag gekeimt, gereift,\r\nAls Bacchus die Piraten strafte,\r\nDie schlummernd ihn auf Naxos fanden,\r\nUnd sich des Frevels unterwanden,\r\nden Gott gefesselt mitzuschleppen?\r\nSchaut an die Schaaren von Delphinen,\r\nDie pl\u00e4tschernd seinem Kiele folgen,\r\nDas sind die frevelnden Piraten!\r\nJetzt steigt er an das Ufer,\r\nDer liebliche Li\u00e4us.\r\nVon seinen Lobges\u00e4ngen\r\nErschallen rings die Berge!\r\n\r\n     Verdunkeln deine Locken doch,\r\n     Du Holder, Ph\u00f6bus Strahlen,\r\n     Auf deiner Stirne mahlen\r\n     Sich die der Cynthia.\r\n\r\n     Dein Auge, wie ihr Auge, blau,\r\n     Und purpurroth die Wangen!\r\n     Wie Liebesreiz, und s\u00fc\u00df Verlangen\r\n     So sch\u00f6n vom Munde lacht!\r\n\r\nUnd als den Gott sie sahen,\r\nDa riefen sie, den sch\u00f6nsten\r\nVon allen Wagen bringet!\r\nUnd er besteigt den Wagen,\r\nVom Golde reich und Steinen;\r\nEin Wunderwerk der H\u00e4nde\r\nDes D\u00e4dalus. Drauf sieht man\r\nDie sch\u00f6ne G\u00f6ttermutter,\r\nDen Donnerer im Himmel,\r\nDas Haupt von dunkeln Wolken\r\nUmh\u00fcllt, doch feurig leuchtend,\r\nda\u00df keines Menschen Auge\r\nEs anzuschauen wagt.\r\n\r\nIhm windet eine Krone\r\nDer segnende Autumnus,\r\nUnd Fr\u00fcchte reicht Pomone,\r\nUnd Blumen ihm Vertumnus.\r\nDrauf sieht man Reben\r\nMit Trauben schweben,\r\nGef\u00fcllte Pokale,\r\nUnd Siegesmale,\r\nUnd wohl die w\u00fcrdigste Stelle fand\r\nNoch andres Gebilde der k\u00fcnstlichen Hand.\r\n\r\n     Stolz ziehen die fleckichten Tieger\r\n     Schnaubend ihn durch die Schaaren.\r\n[730] Rings t\u00f6nt's: Es lebe der hohe Besieger\r\n     Von Indien! Lebe hoch Bassareus,\r\n     Bromius, Bimater, lebe Li\u00e4us!\r\n\r\nVon allen Seiten str\u00f6men die Schaaren\r\nLiebereizender M\u00e4dchen herbey,\r\nMit aufgesch\u00fcrzten R\u00f6cken und Haaren,\r\nGegeben den spielenden Winden frey.\r\nHier naht der wilden Bacchantinnen Chor,\r\nHoch heben den vollen Pokal sie empor.\r\nKaum decket ein Schleyer die blendende Brust,\r\nDie wilder sich hebt in sch\u00e4umender Lust,\r\nVergessend der Liebe qu\u00e4lende Sorgen,\r\nDie mit ihr sonst unter dem Flor sich verborgen.\r\nDort st\u00fcrzen die Bergbewohner, vom Fl\u00fcgel\r\nDer Freude getragen, herunter den H\u00fcgel,\r\nDer eine die Stirne mit Reben umwunden,\r\nDer andre mit Kr\u00e4nzen von Feigen gebunden:\r\nDort stolpert Silen, der graue Gauch,\r\nMit dem Esel \u00fcber den ledernen Schlauch;\r\nEr keucht, er schmunzelt; hinunter fleu\u00dft\r\nDie lechzende Kehle der Traubengeist.\r\n\r\nSchon nah'n sie sich dem Pfade,\r\nDer zum Kith\u00e4ron f\u00fchrt,\r\nWorauf der pr\u00e4chtige Tempel\r\nVon Parosmarmor waltet.\r\nIm Kreise stehn die S\u00e4ulen,\r\nSch\u00f6n ausgeschnitzt, und tragen\r\nMit festem Fu\u00df die Bogen;\r\nUnd \u00fcber ihnen w\u00f6lbt\r\nSich wunderbar und k\u00fchn\r\nZusammen eine Kuppel.\r\nVon Lotus und Jasminen,\r\nVon Myrthen und von Rosen\r\nIst rings umz\u00e4unt der Pfad,\r\nWorauf sich Bacchus Freudenheerzug naht.\r\n\r\n     Aber, wer kommt denn schreyend,\r\n     Und furchtbar den Feiernden dr\u00e4uend?\r\n     Ist nicht Pentheus, der w\u00fcthende, hier,\r\n     Der mit unheiligem Schw\u00f6ren\r\n     Bacchus Fest wagt zu st\u00f6ren?\r\n     Rasende, was beginnet ihr?\r\n     Ruft er, was sollen die Kr\u00e4nze?\r\n     Was die orgischen T\u00e4nze?\r\n     Wagt ihr\u00b4s f\u00fcr den neuen G\u00f6tzen\r\n     Das heilige Haus zu verletzen?\r\n     Der alberne S\u00e4ufer,\r\n     Der Landdurchschweifer,\r\n     Warum verlie\u00df er den Himmel,\r\n     Zu durchziehen das Land mit Get\u00fcmmel?\r\n\r\nWer schildert die Wuth,\r\nDie Zornesglut,\r\nDie furchtbaren T\u00f6ne,\r\ndie knirschenden Z\u00e4hne\r\nDer rasenden Frauen,\r\nDa sie den gottlos Schm\u00e4henden schauen?\r\n\r\nSchon eilt mit w\u00fcthender Geb\u00e4hrde\r\n     Die Mutter selbst, und greifet ihn,\r\nUnd wirft den L\u00e4sterer zur Erde,\r\n     Und alle st\u00fcrzen auf ihn hin.\r\nVon heiligem Grimme getrieben,\r\nWie sollten sie Mitleid noch \u00fcben?\r\n\r\nEntseelt durch tausend Streiche\r\n     Sinkt er, doch endet\u00b4s nicht;\r\nDenn selbst noch an der Leiche\r\n     \u00dcbt man das Blutgericht.\r\nUnd Gliedern von Gliedern getrennt\r\nWird selber das Grab nicht geg\u00f6nnt.\r\n\r\nDie tr\u00e4gt das Haupt,\r\nEinen Arm hat jene geraubt;\r\nDie rei\u00dft ihm die Zung\u00b4 aus mit wilder Lust,\r\nDie st\u00f6\u00dft ihm den Thyrsus tief in die Brust.\r\nWird keine Mitleid hier empfinden?\r\nMit Grausen blickt wohl Manche hin,\r\nZusammen sprechen alle, finden\r\nNur selten Worte, niemals Sinn.\r\nAber die Schw\u00e4rmenden,\r\nRasenden, L\u00e4rmenden\r\nJagen mit T\u00f6nen der wildesten Freude\r\nFerne das Grausen, und trotzen dem Leide.\r\n\r\n     Sch\u00fcttelt den Thyrsus!\r\n     Auf! An die Becher:\r\n     R\u00fchret die Trommel,\r\n     Muntere Zecher!\r\n\r\nLaut schmettert die Trommete,\r\nDie Becher klingen,\r\nDer trinkt, und, mit lallendem Singen,\r\nMit fr\u00f6hlichem Winken\r\nBeut er den Andern zu trinken.\r\n\r\nDoch Bacchus selbst h\u00e4lt in der Hand,\r\nHochangef\u00fcllt bis an den Rand,\r\nDie gildne, getriebene Schaale.\r\nO sch\u00f6nstes der Bacchanale!\r\nEs trinken vom Safte der Reben\r\nDie lieblichen Knaben, die rings ihn umgeben;\r\nUnd krausgelockter Kinder Haufen,\r\nDie nackt und fl\u00fcchtig um ihn laufen.\r\nIn Zweige versteckt, mit Blumen behangen,\r\nTanzen die lieblichen M\u00e4dchen, mit Kr\u00e4nzen\r\nGeflochten aus allen Geschenken des Lenzen.\r\nAuf m\u00e4chtigen Krugen zum Himmel schweben\r\nDie G\u00f6tter der Liebe zu sch\u00f6nerem Leben;\r\nSelbst mit den Satyrn, als r\u00fcstige Zecher,\r\nLeeren auch sie die sch\u00e4umenden Becher.\r\n\r\n     Evve!\r\n     Hoch lebe\r\n     Li\u00e4us der K\u00f6nig!\r\n     So t\u00f6nt es von den Bergen\r\n     Zu Bergen, von Th\u00e4lern\r\n     Zu Th\u00e4lern, und rings\r\n     Hallt's wieder vom Echo:\r\n     Evve!\r\n     Hoch lebe der K\u00f6nig Li\u00e4us!\r\n\r\nNoch raset das Fest,\r\nNoch schallt der Gesang,\r\nDa bl\u00e4st zum Abzug Bacchus.\r\nMit einemmal\r\nVerwandelt sich\r\nIn Schmerz die wilde Freude.\r\nReich und Arm,\r\nAlt und Jung,\r\nGanz Thebe schaut\r\nIhn an, und seufzt;\r\nSie nahen sich flehend dem Gotte.\r\n\r\n[731] Gro\u00dfer Bacchus,\r\n     Mitleidsvoller Vater!\r\n     Bleib' uns!\r\n     Bleibe deinen Kindern!\r\n\r\nDa \u00f6fnet sich Bacchus lieblicher Mund,\r\nUnd thut dem Volke die Worte kund:\r\nIch kehre zur\u00fcck\r\nIns olympische Reich,\r\nAber mit Liebesblick\r\nSchau' ich auf euch,\r\nUnd will von meinen Getreuen die Besten\r\nZuvor noch mit s\u00fcsser Hoffnung tr\u00f6sten.\r\nDrum bring' euch jegliches kommende Jahr\r\nGeschenke des Bacchus im Ueberflu\u00df dar,\r\nUnd wer zum Gebete sein Heiligthum w\u00e4hlt,\r\nEr werde mit trunkener Wonne beseelt!\r\n<\/pre>\n<\/blockquote>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Notes:<\/strong><\/p>\n<div id=\"aei-blocktext\">\n<\/p><\/div>\n<dl id=\"aei-dl-meta-unimportant\">\n<dt>Collected by:<\/dt>\n<dd> EW<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A poem translated from an Italian improvisation by the improvisatrice Fantastici, on the subject of Bacchus in Thebes at a celebration of Laius&#8217;s kingship. <\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,134],"tags":[91],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2150"}],"collection":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2150"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2150\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3129,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2150\/revisions\/3129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}