{"id":2166,"date":"2016-08-12T17:39:53","date_gmt":"2016-08-12T21:39:53","guid":{"rendered":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=2166"},"modified":"2017-01-01T13:43:22","modified_gmt":"2017-01-01T18:43:22","slug":"bemerkungen-eines-deutschen-uber-die-vergnugungen-der-romer-mit-besonderer-rucksicht-auf-das-verflossene-karnaval-beschlus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=2166","title":{"rendered":"&#8220;Bemerkungen eines Deutschen \u00fcber die Vergn\u00fcgungen der R\u00f6mer, mit besonderer R\u00fccksicht auf das verflossene Karnaval&#8221;"},"content":{"rendered":"<div id=\"aei-root\" lang=\"en-GB\"><!-- suid=150 --><\/p>\n<dl id=\"aei-dl-meta\">\n<dt>Performer Name:<\/dt>\n<dd>Pistrucci<\/dd>\n<dt>Performance Venue:<\/dt>\n<dd>Rome<\/dd>\n<dt>Performance Date:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">&nbsp;<\/dd>\n<dt>Author:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Date Written:<\/dt>\n<dd>1809<\/dd>\n<dt>Language:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">German<\/dd>\n<dt>Publication Title:<\/dt>\n<dd>Morgenblatt f\u00fcr gebildete St\u00e4nde<\/dd>\n<dt>Article Title:<\/dt>\n<dd>Bemerkungen eines Deutschen \u00fcber die Vergn\u00fcgungen der R\u00f6mer, mit besonderer R\u00fccksicht auf das verflossene Karnaval<\/dd>\n<dt>Page Numbers:<\/dt>\n<dd>719<\/dd>\n<dt>Additional Info:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">29 July 1809 issue (No. 180)<\/dd>\n<dt>Publisher:<\/dt>\n<dd>J. G. Cotta&#8217;sche Buchhandlung<\/dd>\n<dt>Place of Publication:<\/dt>\n<dd>Stuttgart<\/dd>\n<dt>Date Published:<\/dt>\n<dd>1809<\/dd>\n<\/dl>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Text:<\/strong><\/p>\n<blockquote id=\"aei-blockquote\" lang=\"de\">\n<p>Es gibt hier au\u00dfer der bekannten Arkadischen Gesellschaft mehrere Zusammenk\u00fcnfte, wo die besten Improvisatoren sich einfinden, und die Gesellschaft mit Improvisos und Deklamationen aus den besten Dichtern zu unterhalten. Zu einer derselben, von welcher der in ganz Italien bekannte Improvisator Pistruzzi ein Mitglied ist, habe auch ich Zutritt, mache aber nicht oft Gebrauch davon, weil ich nicht begreife, wie die Gesellschaft von Abends 5 oder 6 Uhr bis gegen Mitternacht hieran Vergn\u00fcgen finden kann. Schon allein eine Gesellschaft, die von beyden Geschlechtern vermischt ist, wo so viele Stunden blos der Ernst der Vergn\u00fcgens wegen herrscht, kommt mir unnat\u00fcrlich vor. Die Gegenst\u00e4nde, welche f\u00fcr diese Improvisatoren genommen werden, sind n\u00e4mlich immer h\u00f6chst sentimental oder aus der alten Mythologie oder Heroenwelt, wie z.B. der Tod der Medusa, der Streit des Ajax und Ulysses \u00fcber die Waffen des Achill, Dianens Besuch beym Enymion u.s.w. Der Dirigent n\u00e4mlich fodert einen aus der Gesellschaft auf, ein Thema zu geben, und dann stellt oder setzt sich der Improvisator oder deren mehrere, wie es der Gegenstand erfordert, der Gesellschaft gegen\u00fcber, und das Pianoforte begleitet die nach einer bekannten oder dazu festgesetzten Melodie abgesungenen Ottave rime. Wie konventionell die Sch\u00f6nheiten dieser Deklamationen sind, sieht man recht deutlich darin, da\u00df, wenn auch die Improvisatoren noch so schlechte S\u00e4nger sind, wie es der erw\u00e4hnte Pistruzzi ebenfalls ist, sie dennoch ihre Stanzen absingen m\u00fcssen; wenn sie nun auch noch so schlecht, und in Einem fort bey der Melodie vorbeysingen, welches besonders auf die L\u00e4nge sehr qu\u00e4lend wurde, so f\u00e4llt es doch niemand auf. Wie ungereimt mu\u00df es daher einem Unbefangenen vorkommen, wenn sich z.B. Ajax und Ulysses gegen einander \u00fcberstellen, und einander ihre Anspr\u00fcche auf die Waffen des Ulysses vorsingen, wenn ihre Gesang nicht das musikalische Gef\u00fchl angenehm bes\u00e4nftigt, und durch die T\u00f6ne der Ausdruck des Gedichtes nicht verst\u00e4rkt wird? \u00dcberhaupt aber sollte ich glauben, da\u00df ein Improvisator in den erw\u00e4hnten gew\u00f6hnlichen Gegenst\u00e4nden einen gro\u00dfen Theil seines Beyfalls dem Interesse f\u00fcr seine Person zu verdanken hat. Dem genannten Pistruzzi ist zwar eine gro\u00dfe Leichtigkeit im Baue der Verse nicht abzusprechen; denn ich habe ihn in einem Abend leicht ein halbes hundert <i>Ottave rime<\/i> improvisiren geh\u00f6rt, wobey er h\u00f6chst selten anstie\u00df, er mochte allein oder in Wechselreden mit einem andern improvisiren. Im letzern Falle werden die Fesseln des Versbauers noch dadurch erh\u00f6ht, da\u00df, indem es Stanze um Stanze geht, der Folgende immer mit dem Reime wieder anfangen mu\u00df, mit welchem der letzte geschlossen hat, und noch schwerer wird es, wenn sie Zeile um Zeile singen, und auf diese Weise jede Stanze gemeinschaftlich hervorbringen. Wer aber die epischen Dichter der Italiener gelesen hat, h\u00f6rt nicht leicht einen neuen Gedanken; und in einer Sprache, die so reich an Reimen ist, scheint mir die Fertigkeit des Improvisirens nicht so bewundersw\u00fcrdig zu seyn. Wollte man dagegen diese Kunst mehr in kleinern Dichtungsarten anwenden, wie in kleinen lyrischen Sachen, oder sie als ein Spiel des geselligen Witzes und der Laune betrachten, so w\u00fcrde man meines Erachtens einen weit passendern Nutzen von jenem Vorzuge der Sprache ziehen. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Notes:<\/strong><\/p>\n<div id=\"aei-blocktext\">\n<\/p><\/div>\n<dl id=\"aei-dl-meta-unimportant\">\n<dt>Collected by:<\/dt>\n<dd> EW<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A German author remarks on improvised performances he has witnessed in Italy, which included the performer Filippo Pistrucci, and suggests that improvisation is a waste of time: the performances are too lengthy, and the talents of the performers (when such talents are present) would be best used for smaller diversions. <\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,134],"tags":[143,55],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2166"}],"collection":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2166"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3126,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2166\/revisions\/3126"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}