{"id":2384,"date":"2016-08-24T12:42:08","date_gmt":"2016-08-24T16:42:08","guid":{"rendered":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=2384"},"modified":"2017-01-01T13:08:17","modified_gmt":"2017-01-01T18:08:17","slug":"korrespondenz-nachrichten-rom-december-1820","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=2384","title":{"rendered":"&#8220;Korrespondenz-Nachrichten. Rom, December 1820&#8221;"},"content":{"rendered":"<div id=\"aei-root\" lang=\"en-GB\"><!-- suid=150 --><\/p>\n<dl id=\"aei-dl-meta\">\n<dt>Performer Name:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Performance Venue:<\/dt>\n<dd>Rome<\/dd>\n<dt>Performance Date:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">1818<\/dd>\n<dt>Author:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Date Written:<\/dt>\n<dd>1820<\/dd>\n<dt>Language:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">German<\/dd>\n<dt>Publication Title:<\/dt>\n<dd>Morgenblatt f\u00fcr gebildete St\u00e4nde<\/dd>\n<dt>Article Title:<\/dt>\n<dd>Korrespondenz-Nachrichten. Rom, December 1820<\/dd>\n<dt>Page Numbers:<\/dt>\n<dd>20<\/dd>\n<dt>Additional Info:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">5 January 1821 issue (No. 5)<\/dd>\n<dt>Publisher:<\/dt>\n<dd>J. G. Cotta&#8217;sche Buchhandlung<\/dd>\n<dt>Place of Publication:<\/dt>\n<dd>Stuttgart<\/dd>\n<dt>Date Published:<\/dt>\n<dd>1821<\/dd>\n<\/dl>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Text:<\/strong><\/p>\n<blockquote id=\"aei-blockquote\" lang=\"de\">\n<p>In den vergangenen Tagen gab im Theater <i>della valle<\/i> ein Improvisatore Proben seiner Geschicklichkeit.  Nicht bewenden lie\u00df er es dabey, einen vorgelegten Gegenstand auf der Stelle in Stanzen und Reime, deren Bau und Abwechselung ebenfalls vorgeschrieben war, zu bringen, oder den Stoff seines Gesanges aus einem einzigen gegebene Worte zu ziehen, nein, er gieng noch weiter: er lie\u00df ihn auch mit Melpomenes Kothurne auftreten.  Mehr nicht als zwanzig Sekunden Zeit, die Uhr in der Hand, brauchte er, um den Plan des Trauerspieles zu entwerfen, die Vertheilung der Aufz\u00fcge und Auftritte zu machen, und sogleich darauf die redenden Personen durch seinen Mund sprechen zu lassen; ja, er vertrat auch selbst die Stelle des Chors dabey. &mdash; Diese Art poetischer Seilt\u00e4nzer ist jezt sehr zahlreich geworden.  Wenn man bedenkt, da\u00df die Schiller und Alfieri, nach ihrer eingenen Aussage, Jahrelang arbeiteten, ehe sie die Werke ihrer tragischen Muse ans Licht treten zu lassen wagten, und da\u00df diesen K\u00fcnstlern ihre Eingebungen von der Lippe flie\u00dfen, w\u00e4hrend ein Anderer kaum Zeit haben w\u00fcrde, sie niederzuschreiben, wenn man das, sage ich, bedenkt, was sind dann doch jene gegen diese?  Ja, hei\u00dft es, das scheint so, aber man darf es auch bey diesen nicht so genau nehmen: vor dem ruhigen, scharf untersuchenden Blicke des Lesers w\u00fcrde ihre Arbeit in das nichts sinken; man mu\u00df nur die Kunst bewundern, mit welcher sie das Ohr t\u00e4uschen, da\u00df es &mdash; nur heraus! &mdash;, da\u00df es glaubt, etwas zu h\u00f6ren, worinnen Sinn und Verstand sey.  Also w\u00e4re seiner darinnen?  Wie?  Ein ganzes Haus guter K\u00f6pfe m\u00f6chte sich an Albernheiten belustigen?  O, nimmermehr wird man mich dessen \u00fcberreden!  Nein, nein, die Kunst hat eine solche H\u00f6he erreicht, da\u00df es gar keine Kunst mehr ist, Sch\u00f6pfungen der Einbildungskraft hervorzubringen.  O, aufgekl\u00e4rtes Jahrhundert! wohin werden wir noch gelangen!  Meine Ahnungen sagen mir, da\u00df uns das Denken am Ende ganz wird erspart werden.  Wer wei\u00df, ob nicht gar die Dampfmaschinen dazu anwendbar seyn d\u00fcrften, sie, die schon jezt in England das Bier, ohne menschliche Beyh\u00fclfe, von der Malzd\u00fcrre an bis fertig zum Einschenken ins Glas bereiten.  Und warum nicht?  Man geben ihnen die Worte: <i>\u201cPerfektibilit\u00e4t, Surrogat, Absolut, Positiv, Negativ, ernster Schauder*, lebendiges leben, Miasma der Zeit, u. s. w.\u201d<\/i> zu verarbeiten, so werden sie, wie sie das auch durch einander werfen m\u00f6gen, sicher ein politisch-metaphysisches Werk liefern, das den besten der neuern Schriften nicht nachstehen wird. &mdash; Ich erinnere mich manches Schriftstellers, der als ein grosser Mann, ja als ein Philosoph bewundert ward, und dennoch waren seine Schriften Niemanden klar, ja ihm selbst nicht, und wurden doch allgemein bewundert.  Wie w\u00fcrden diese M\u00e4nner, wenn sie jezt noch schrieben, vor der Riesengr\u00f6\u00dfe der heutigen Philosophie, als Zwerge dastehen!  Ja, wahrlich! w\u00e4hrend Andere wehm\u00fcthig vom Abendgef\u00fchl der Welt ger\u00fchrt sind, erheitert mich das Morgengef\u00fchl des wiederkehrenden goldnen Alters.<\/p>\n<p>* Ob mir schon kein <i>spashafter Schauder<\/i> bekannt ist, so macht die Antithese ihn doch nothwendig, so wie es, zufolge des <i>lebendigen Lebens<\/i>, auch einen <i>todten Tod<\/i> geben mu\u00df.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Notes:<\/strong><\/p>\n<div id=\"aei-blocktext\">\n<\/p><\/div>\n<dl id=\"aei-dl-meta-unimportant\">\n<dt>Collected by:<\/dt>\n<dd> EW<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The correspondent reports on an improvised tragedy performed in Rome and speculates ironically that literary production could soon be brought about by steam-driven machines. <\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,134],"tags":[55],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2384"}],"collection":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2384"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2384\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3446,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2384\/revisions\/3446"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}