{"id":564,"date":"2016-05-13T19:18:45","date_gmt":"2016-05-13T23:18:45","guid":{"rendered":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=564"},"modified":"2016-08-23T19:27:56","modified_gmt":"2016-08-23T23:27:56","slug":"suid152","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=564","title":{"rendered":"Wilhelm Waiblinger, &#8220;Rosa Taddei, unter den Arkadiern Licori Partenopea&#8221;"},"content":{"rendered":"<div id=\"aei-root\" lang=\"en-GB\"><!-- suid=152 --><\/p>\n<dl id=\"aei-dl-meta\">\n<dt>Performer Name:<\/dt>\n<dd> Taddei; Sgricci<\/dd>\n<dt>Performance Venue:<\/dt>\n<dd>Rome<\/dd>\n<dt>Performance Date:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\"> 1827<\/dd>\n<dt>Author:<\/dt>\n<dd> Waiblinger, Wilhelm<\/dd>\n<dt>Date Written:<\/dt>\n<dd> 1827<\/dd>\n<dt>Language:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\"> German<\/dd>\n<dt>Publication Title:<\/dt>\n<dd>Rosa Taddei, unter den Arkadiern Licori Partenopea<\/dd>\n<dt>Article Title:<\/dt>\n<dd> &nbsp;<\/dd>\n<dt>Page Numbers:<\/dt>\n<dd>3:454-79<\/dd>\n<dt>Additional Info:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">Qtd from <i>Wilhelm Waiblinger Werke und Briefe<\/i>, Ed. Hans K\u00f6niger<\/dd>\n<dt>Publisher:<\/dt>\n<dd>J. G. Cotta&#8217;sche Buchhandlung Nachfolger<\/dd>\n<dt>Place of Publication:<\/dt>\n<dd>Stuttgart<\/dd>\n<dt>Date Published:<\/dt>\n<dd> 1981<\/dd>\n<\/dl>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Text:<\/strong><\/p>\n<blockquote id=\"aei-blockquote\"  lang=\"de\">\n<p>[454] <\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">ROSA TADDEI,<br \/>\nUNTER DEN ARKADIERN<br \/>\nLICORI PARTENOPEA<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon als wir vor Jahren zum erstenmal die Dichterin improvisieren h\u00f6rten, f\u00fchlten wir uns zu einer Schilderung der Akademie aufgerufen, in welcher sie auftrat, und eine Reihe von Gedichten in den verschiedensten italienischen Versma\u00dfen sang. Es machte jener Abend einen unausl\u00f6schlichen Eindruck auf uns, und wir glaubten uns in ein altgriechisches Musenfest, oder in die Virgilische Idyllenwelt versetzt; wir glaubten eine Sappho zu sehen, und es ist noch wenig, wenn wir ihr das Epigramm weihen: <\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nTr\u00e4umt\u2019 ich die Muse zu sehn, so la\u00df mir den Wahn! auf Papier nur,\r\nDoch auf begeistertem Mund sah ich noch nie ein Gedicht.\r\n<\/pre>\n<p>Nun werden wir gewi\u00df manchem unserer Leser, der sich f\u00fcr die au\u00dferordentliche Erscheinung eines solchen Dichterfestes unter den Italienern interessiert, willkommen sein, wenn wir ihm eine umst\u00e4ndlichere Nachricht davon geben, und die Dichterin, der wir den ersten helikonischen Genu\u00df desselben verdanken, und von der wir zu sprechen uns vorgenommen, ist w\u00fcrdig, ihre ganze Klasse zu repr\u00e4sentieren. Wir sind nicht im Stande, noch Proben ihres ungemeinen Talentes zu geben, wor\u00fcber sich unsere Leser nicht wenig verwundern m\u00f6chten, und da wir so gl\u00fccklich waren, sie auch im diesj\u00e4hrigen Carneval hier zu sehen, wiewohl sie wegen des Abscheidens Leo\u2019s XII. nur Eine Akademie geben konnte, wir in ihrem Hause aufgenommen sind, und die treffliche Schauspielergesellschaft wohl kennen, welche schon zwei Carnevals hindurch in Rom spielte, so war es uns leicht, auch eine Abschrift der Musik zu bekommen, wit welcher wir Freunden des Gesanges ain angenehmes Geschenk zu machen hoffen. <\/p>\n<p>Es m\u00f6chte mancher Versklauber \u00fcber den Alpen glauben, da\u00df ein solches Improvisieren durchaus Scharlatanerie sei, auf nichts als Betrug und T\u00e4uschung beruhe, und da\u00df eine Dichterin der Art nicht ohne \u00e4u\u00dferste Anma\u00dfung auftreten k\u00f6nne. Ein solcher aber w\u00fcrde weder das italienische Volk, noch seine Sprache, noch \u00fcberhaupt irgend Poesie kennen. Bekannt ist, welche gl\u00fcckliche Gabe, welchen Hang zur Dichtkunst selbst der r\u00f6mische P\u00f6bel hat. Er hat [455] eine Art von volkst\u00fcmlichem Rezitativ, das \u00e4u\u00dferst biegsam ist, immer variieren, sich ausdehnen und zusammenziehen kann, je nachdem sich dem S\u00e4nger Reime und Gedanken mehr oder minder schnell auf die Zunge dr\u00e4ngen. Dies Rezitativ kennt jeder Vassallo, jeder Stra\u00dfenjunge, und nun unterh\u00e4lt man sich auf der Stra\u00dfe, auf dem Spaziergang, im Cancelletto, in der Osterie Stundenlang mit einem Wechselgesang, der allerdings eine fr\u00f6hlichere geistreichere Unterhaltung ist, als die Klagen \u00fcber Steuern und Schulthei\u00dfen, womit unser Volk seine traurigen Abende hinzieht. &quot;Er ist ein Dichter&quot;, hei\u00dft es, und darunter versteht man immer einen Improvvisatore, denn das ist im Begriffe unzertrennlich, das Dichten oder Improvisieren selbst aber nennt man geradezu cantare. Wir sehen demnach, da\u00df ein gewisses poetisches Talent dem italienischen, besonders dem r\u00f6mischen Volke angeboren, nat\u00fcrlich, da\u00df es eine eigent\u00fcmliche \u00c4u\u00dferung seiner Natur ist. Wenn nun schon im Gesange eines Bauern dichterische Ausdr\u00fccke, Bilder, und Wendungen unverkennbar sind, man sich \u00fcber die Leichtigkeit und Gewandtheit wundern mu\u00df, mit der er laut denkt und reimt, so wird doch gewi\u00df dem Dichtertalent, wo es im h\u00f6herm Grade, wo es gebildet und entwickelt auftritt, eine nat\u00fcrliche Herkunft nicht abzusprechen sein. Es ist nicht zu leugnen, da\u00df gewisse Kunstgriffe damit verbunden sind, da\u00df ein gebildeter Improvvisatore ein v\u00f6lliges Studium verfolgen, sich mit Mythologie und Geschichte, wie mit den italienischen Klassikern vollkommen bekannt machen, da\u00df er sogar ganze Reden, Darstellungen von allen m\u00f6glichen Affekten, Sinnspr\u00fcche und Sentenzen im Vorrat haben mu\u00df; aber was ist mit all\u2019 dem zu beginnen, wenn die schnellverbindende Phantasie, das feine Gef\u00fchl, die vollkommene Gewalt der Sprache, die besonnenste Denk\u00fcbung nicht vorhanden ist, um auch nur das Gelernte richtig vorzutragen und zusammenzureihen! Aber es ist nicht blo\u00df das: es gibt wirkliche Dichtertalente, die zwar im Besitz jener H\u00fclfsmittel sein m\u00fcssen, aber in eigentlicher poetischer T\u00e4tigkeit als wahrhaft Begeisterte, und wenn einmal ihre Geister jenen h\u00f6hern Aufschwung gewonnen, nur als blinde Organe der gereizten, unaufhaltsam fortarbeitenden Seelenkr\u00e4fte erscheinen. Davon hat und Rosa Taddei, hat uns Sgricci \u00fcberzeugt, und wenn wir sp\u00e4ter der Fesseln erw\u00e4hnen, die dem Improvvisatore noch vom Publikum angelegt werden, so wird ein transalpinischer Versklauber denselben wahrhaft bewundern.<\/p>\n<p>[456] Eine Trag\u00f6die zu improvisieren, worin gegenw\u00e4rtig Sgricci von Arezzo der Ber\u00fchmteste ist, das scheint f\u00fcr uns Deutsche anfangs eine Unm\u00f6glichkeit. Wir wissen, wie lange Geburtsschmerzen unsere ersten dramatischen Autoren gelitten, wissen, wie lange Schiller seinen &quot;Wallenstein&quot; in sich trug, wir wissen welch reifes Studium, welche anhaltende \u00dcberlegung die Struktur einer Trag\u00f6die n\u00f6tig macht, und sprechen darum einem Improvvisatore jede M\u00f6glichkeit ab, ein auch nur mittelm\u00e4\u00dfiges Werk aus dem Stegreif zu liefern. Aber wir bedenken dabei nicht, wie verschieden eine italienische Trag\u00f6die von einer deutschen ist. Nehmen wir den gr\u00f6\u00dften Dramatiker Italiens, Alfieri, zur Hand, so werden wir bald unsere Meinung \u00e4ndern. Seine Trag\u00f6die ist so einfach in der Intrige und in der Anlage, in Akten und Personen, da\u00df es uns denselben Genu\u00df verschafft, ob wir sie vorlesen, oder auff\u00fchren h\u00f6ren. Das Personale beschr\u00e4nkt sich auf vier oder f\u00fcnf Individuen, jeder Aufwand und Pomp der Szenerie ist verbannt, der drei Einheiten sind hier in der Heimat, es f\u00e4llt nicht einmal der Vorhang, und die ganze Trag\u00f6die ist kaum so lang, als Ein Akt des &quot;Don Carlos&quot;.Lesen wir oder sehen wir die Werke Alfieris auf der B\u00fchne, und langweilen uns die unabl\u00e4ssigen Deklamationen, und die hochtrabenden Darstellungen von Affekten, so finden wirs wohl m\u00f6glich, da\u00df ein Werk der Art an Einem Abend entstehen konnte, wenn wir einmal von der Virtuosit\u00e4t des Dichters \u00fcberzeugt sind; wie wir denn in der Tat im Jahr 1827 den gefeierten Sgricci auch eine Trag\u00f6die hier haben improvisieren h\u00f6ren, die sich noch \u00fcberdies durch die reine toskanische Sprache auszeichnete.<\/p>\n<p>Wie nun aber das lyrische Gedicht seiner Natur nach Erzeugnis, \u00c4u\u00dferung und Sprache des momentanen Gef\u00fchls, und auch, wenns am Pult geschrieben wurde, eine Art von Impromptu ist, so mu\u00df es uns nur desto lebhafter ergreifen, wenn wirs von einem begeisterten Munde, im Gefolge des Gesanges, unmittelbar aus der sch\u00f6pferischen Seele kommen sehen, eben weil dies seine wahre Natur, seine echte Entstehungsweise ist. Und darum ist auch eine Akademie von unserer Taddei etwas wahrhaft Ergreifendes, Herzerhebendes, und verfehlt die Wirkung selbst auf Gem\u00fcter nicht, welche sonst keine entscheidenen Freunde der Poesie sind. Wir haben noch von allen Fremden, die sie h\u00f6rten, ihr Lob vernommen, diejenigen aber, denen wahres Gef\u00fchl und Urteil in der Poesie beiwohnt, versichern h\u00f6ren, da\u00df sie einen unverge\u00dflichen Abend ge- [457] habt, und da\u00df es ihre Vorstellung durchaus \u00fcberstiegen habe. Die Italiener aber nehmen w\u00e4hren des Gesanges t\u00e4tigen Anteil, indem sie die Reime mit ihr zu finden suchen, und wenn ihr eine schwere Stelle, ein sch\u00f6ner Gedanke, ein gl\u00fccklicher Schlu\u00df gelungen, wird allgemeines Entz\u00fccken laut. Nur die Partie Sgriccis achtet sie weniger, und vielleicht nur, weil jener den Eintrittspreis auf etliche Scudi, und diese auf so viel Paoli setzt. <\/p>\n<p>Es hat jeder, der eine Akademie besucht, das Recht, ein Thema abzugeben. Sind alle beisammen, so werden sie zuerst von einem Geistlichen (!) untersucht, ob ja kein unerlaubtes darunter sei, und unter solche z\u00e4hlte man auch: il pellegrino. Sodann werden s\u00e4mtliche Themen von der Dichterin vorgelesen, und man hat Gelegenheit, zu bemerken, da\u00df mancher im Theater ist, der eben nicht den feinsten Sinn f\u00fcr Poesie hat; gew\u00f6hnlich sind es Themen aus der Mythologie, aus der Geschichte, die sich unz\u00e4hligemal wiederholen, und Dante, Petrarca und Tasso fehlen niemals. Je nach Ton und Inhalt werden sie f\u00fcr dies oder jenes Versma\u00df bestimmt, und in eine Kaspel geworfen, sie wird dem Publikum zur Ziehung pr\u00e4sentiert, und gleich nachdem die Themen gezogen worden, beginnet die Improvvisatrice die Ausf\u00fchrung. <\/p>\n<p>Ihre bleiche Gesichtsfarbe, der leidende Ausdruck ihres ganzen Wesens macht anfangs einen b\u00e4nglichen Eindruck, erregt fast Mitleid, und spannt die Erwartung aufs H\u00f6chste. Das \u00c4u\u00dfere der Dichterin ist edel, und voll bescheidener W\u00fcrde, wie ihr ganzer Charakter. Diese eigent\u00fcmliche Bescheidenheit, die ihr wohl ansteht, spricht sich r\u00fchrend in den Versen aus, die sie auf einem Theater in Fuligno improvisierte, als sie das Publikum mit einer Menge Sonnette begr\u00fc\u00dfte:<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nTutto \u00e8 poco quanto possa\r\n     Dire a voi l\u2019umil Licori\r\n     Che di tanti sommi onori\r\n     Vi degnaste ricolmar; \r\nSe vi basta il buon volere\r\n     Accogliete il mio desio,\r\n     Che per tormi dall\u2019oblio\r\n     Altro merito non ho. \r\nIl silenzio \u00e8 ancor facondo\r\n     Pi\u00f9 che dir non potrei mai, \r\n[458] E talor si spiega assai\r\n     Chi risponde col tacer.\r\n<\/pre>\n<p>Einfache Worte, aber eben darum sch\u00f6n und herzlich, wie sie aus dem Innern kommen! Wer in solchen Versen redet, der hat gewi\u00df die Weihe der Musen erhalten!<\/p>\n<p>Ist das erste Erscheinen der Improvvisatrice be\u00e4ngstigend, sieht man sie gleichsam wie ein Opfer an, und deutet ihre Todesbl\u00e4sse auf die gewaltige Wirkung, die ein solcher h\u00f6herer Geisteszustand auf den physischen Teil der Begeisterten aus\u00fcbt, schweigt das gesamte Publikum, und lauscht und schaut die Sinnende, Schwankende an, w\u00e4hrend sie die pr\u00e4ludierende Harfe in den Zauber des Rhythmus einwiegt, so pocht wohl jedes Herz, wenn sie pl\u00f6tzlich vortritt, und anhebt zu singen. Nun verschwindet nach und nach auch die Bl\u00e4sse ihres Angesichts, Feuer und Begeisterung atmet aus ihm, unaufhaltsam folgen sich Verse auf Verse, einer lockt den andern hervor, keinem Reime fehlt der andere, das Auge des sibyllenartigen Wesens blickt irrend ins Unendliche, das heftigste Mimenspiel begleitet den Gesang und seinen oft dramatischen Inhalt, und wenn sie zuweilen &mdash; doch ist\u2019s h\u00f6chst selten &mdash; fehlt und den Vers wiederholen mu\u00df, so erinnert uns das nur daran, da\u00df sie t\u00e4tig, da\u00df sie Dichterin, Sch\u00f6pferin ist, und nicht blo\u00df vortr\u00e4gt, was nicht mehr lebendig ist.<\/p>\n<p>An einem Abend singt sie oft acht und mehr Gedichte, worunter sich wohl ein Dutzend Ottaven befinden m\u00f6gen, und wenn es uns schon erm\u00fcdet und abstumpft, ihr nur so lange leidend zu folgen, so ist es kaum begreiflich, wie sie sich in frischer Aktivit\u00e4t zu erhalten vermag, da sie auch noch der Vortrag selbst anstrengt, indem dieser meisthin mehr als zwei Stunden dauert.<\/p>\n<p>Um aber unsern Lesern eine vollkommene Vorstellung von ihrem Improvisieren zu geben, w\u00e4hlen wir aus der Sammlung ihrer &quot;Estemporanei&quot;, welche in Fuligno nachgeschrieben, und in Spoleto gedruckt wurden, von jedem Metrum eines, und teilen es hier mit, indem wir f\u00fcr die Kenner und Freunde der Musik noch die sch\u00f6nen Melodien hinzuf\u00fcgen, in denen sie zu singen gewohnt ist. Wir brauchen nicht zu erinnern, da\u00df die folgenden Proben nicht als Gedichte des Nachdenkens und Schreibepults, sondern als das betrachtet und beurteilt werden m\u00fcssen, was sie sind, d. h. als Estemporanei. Dennoch finden wir eine h\u00fcbsche reine Sprache, ene le- [459] bendige Phantasie, ein richtiges edles Gef\u00fchl, und eine Einfalt in ihnen, die wir als einen Hauptvorzug anpreisen, und die wir h\u00f6her sch\u00e4tzen, als die \u00fcberschwinglich romantische Dunkelheit, oder mit einem andern Wort, als den Unsinn, der in unsern heutigen Almanachs- und Journalspoesien vorherrscht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">Ottave<\/h1>\n<p>Wir sehen von der Dichterin nicht blo\u00df z\u00e4rtere Stoffe und leichtere lyrische Metren behandelt, sondern auch die epische Ottave und Terzine. Folgendes Gedicht zeige die stolzere Sprache, die aber nie ins Schw\u00fclstige \u00fcbergeht, sondern immer gef\u00e4llig und ungeschraubt bleibt. Zu bemerken ist noch, da\u00df der Reim, der mit gesperrter Schrift gedruckt ist, immer vom Publikum aufgegeben worden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">IL GIUDIZIO DI PARIDE<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">Rime obligate:<br \/>\ng u e r r a<br \/>\nI d a<br \/>\nv i d e<br \/>\nv a n t i<br \/>\nG i u n o<br \/>\nC i n t o<br \/>\nr a t t a<br \/>\nv e z z o<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nCanto l\u2019alta cagion di quella g u e r r a , \r\n     Che intorno a Troia poi dur\u00f2 dieci anni,\r\n     E desolando la Troiana terra\r\n     I Teucri duci pose in gravi affanni; \r\n     Il passato al pensier gi\u00e0 mi disserra\r\n     Le promesse fallaci, i tristi inganni\u2026\r\n     Vener, sei bella, ma sei pur funesta, \r\n     Se si toglie beltade, e che ti resta? \r\nGi\u00e0 insorta era la lite, e gi\u00e0 sull\u2019 I d a\r\n     Moveano i passi le sdegnate Dive, \r\n[460] Il dio Cillenio rapido le guida,\r\n     Ed il fato do Troia i passi scrive. \r\n     Paride il gregge suo minaccia e sgrida, \r\n     Perch\u00e8 l\u2019accesso a quelle circoscrive; \r\n     Che certo immaginar non si potea\r\n     Che a lui venisse l\u2019una e l\u2019altra Dea. \r\nQuando verso di se venir le v i d e\r\n     Si f\u00e8 di fiamma il pastorello in viso, \r\n     E udita la cagion che le divide\r\n     Il cor commove a un palpito improvviso. \r\n     Giudice destinato alle disfide\r\n     Fra speranza e timor stassi indeciso. \r\n     Il pomo guata, e in mille dubbi avvolto\r\n     Muto tien fisso sul terreno il volto. \r\nMinerva prima ad ostentar suoi v a n t i\r\n     Mostra l\u2019Egida immensa e il gran cimiero:\r\n     Avrai quanti splendor tu brami e quanti\r\n     Pregi pu\u00f2 immaginare il tuo pensiero; \r\n     Della virtude i sovrumani incanti\r\n     Ti formeran corteggio immenso e altero;\r\n     Avrai quanto d\u2019onor il tuo cor brama\r\n     E il nome tuo consacrer\u00f2 alla fama. \r\nDicea; ma altera si presenta G i u n o , \r\n     Io son moglie di Giove, ha scritto in fronte; \r\n     Vede ei l\u2019ardito ciglio e l\u2019occhio bruno, \r\n     E il labbro pronto alle minaccie, all\u2019onte; \r\n     Ch\u2019ei fu ben troppo vil dir\u00e0 taluno, \r\n     Ma quest \u2018uno io veder vorrei sul monte\r\n     A scioglier, s\u2019egli ha cor cotesta lite\r\n     Che tanti Eroi quindi sospinse a Dite. \r\nVenere ignuda, e sol stretta dal C i n t o ,\r\n     Ch\u2019ha in uso di portar continuamente, \r\n     Si mostra appena, e dice in core: Ho vinto; \r\n     E qual pomo egli \u00e8 mio sicuramente. \r\n     All\u2019amoroso inusitato istinto\r\n     S\u2019impallida nel volto e nella mente, \r\n     Paride ascolta un mormorio di cose, \r\n     Gli cadde il pomo, ed ei non ne dispose. \t(brava!)\r\nInvolontario fu quel moto, e  r a t t a\r\n[461] Citerea lo raccolse e mise in seno;\r\n     Minerva dal furor, dall\u2019ira tratta\r\n     Si spinse sulle strade del baleno; \r\n     Guinone dalla rabbia sopraffatta\r\n     Sciolse agli accenti minacciosi il freno; \r\n     Paride di timor tutto s\u2019investe, \r\n     Sente strisciar sul capo le tempeste. \r\nMa Vener con un riso, con un v e z z o \r\n     Lo rassicura, e gli promette Elena; \r\n     Ne sente gioia, e ne dovria ribrezzo\r\n     Perch\u00e8 trista cagion di danno e pena; \r\n     Ma il canto qui interrompo e tronco a mezzo; \r\n     Diverria fosca l\u2019aria or ch\u2019\u00e8 serena\r\n     S\u2019io dir volessi la funesta Istoria\r\n     Ch\u2019\u00e8 ad Omero cagion d\u2019eterna gloria. \r\n<\/pre>\n<p>Vergleiche man die Melodie, und trage das Gedicht in ihr vor. Vergesse man auch nicht, da\u00df die aufgegebenen Reime jede Wiederholung eines schon gemachten Verses verhindern. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">Quinario flebile<\/h1>\n<p>F\u00fcnfsilbige Verse sind nichts Leichtes. Das Gedicht hat keinen gro\u00dfen poetischen Gehalt, aber wirkt in der Melodie herrlich, und ist einfach nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">UGOLINO<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nOh! de\u2019partiti\r\n    Il genio pera\r\n    Che in cruda fiera\r\n    Cangia il mortal. \r\nVeggo Ugolino\r\n    Co\u2019figli oppresso\r\n    Mirar se stesso\r\n    Ne\u2019volti lor. \r\nPiange quel padre, \r\n    Non gi\u00e0 per lui, \r\n[462] Pe\u2019figli sui\r\n    Parte di se. \r\nVorria piuttosto\r\n    Soffrir la morte, \r\n    Che ad egual sorte\r\n    Color mirar. \r\nSta nella carcere\r\n    Che li rinserra, \r\n    Ove sol\u2019erra\r\n    Morte, ed orror. \r\nDel Sol non entra\r\n    Un piccol raggio\r\n    A dar coraggio\r\n    Agli egri cor.\r\nPel duol tremendo\r\n    Gi\u00e0 pi\u00f9 non piange, \r\n    Ma il crin si frange, \r\n    Morde la man;\r\nPiangono i figli\r\n    In tanta doglia\u2026\r\n    Padre la spoglia\r\n    Distruggi pur;\r\nTu ne vestisti\r\n    Cotesta carne, \r\n    Tu puoi spogliarne\r\n    O padre ancor. \r\nFreme all\u2019immagine\r\n    Di tanto orrore; \r\n    Al Genitore\r\n    Si rizza il crin. \r\nVolge le luci\r\n    Sdegnose al cielo; \r\n    Lo rende un gelo\r\n    Tanto dolor. \r\nMa giunti al quarto\r\n    Giorno dolente, \r\n    I figli sente\r\n    Chieder del pan; \r\nE il pan non solo, \r\n[463] Ma insiem pietade, \r\n    E Gaddo cade\r\n    Disteso al suol. \r\nFra il quinto giorno\r\n    Tutti moriro, \r\n    Ed il sospiro\r\n    Ei ben n\u2019udi. \r\nVolea soccorrerli, \r\n    Ma non potea, \r\n    E non piangea;\r\n    Tanto impietri. \r\nQuando un silenzio\r\n    Di morte intese, \r\n    I nomi imprese\r\n    A richiamar:\r\nM alla sua voce\r\n    Nessun rispose, \r\n    O lamentose\r\n    Le voci fur; \r\nChe l\u2019eco sola\r\n    Di\u00e8 a lui risposta\r\n    Cupa all\u2019opposta\r\n    Parte del ciel. \r\nRichiama i figli\r\n    Ad uno ad uno\r\n    E pi\u00f9 il digiuno\r\n    Del duol pot\u00e8. \r\nAhi dura terra\r\n    Agli atti tristi\r\n    Che non ti apristi\r\n    Per la piet\u00e0!\r\n<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">Decasillabo<\/h1>\n<p>H\u00e4ufig gibt das Publikum zum Thema noch einen Intercalarvers. Aber nicht genug, da\u00df diese Fessel der Phantasie der Dichterin angelegt wird. Sie l\u00e4\u00dft sich noch die Reime zu demselben Intercalare aufgeben, schreibt sie der Reihe nach auf, wie sie ihr diktiert wer- [464] den, und hat also eben so viel Strophen zu dichten, als man ihr Reime gibt. Daraus entspringt manche Schwierigkeit, weil der Reim den Gedanken beschr\u00e4nkt, am meisten f\u00e4llt es hier vor, wenn die Dichterin irrt, gl\u00fcckts ihr aber mit einem schlagenden Gedanken, so erfolgt ein ungest\u00fcmer Beifall. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">SILENO AMANTE RIFIUTATO DA LICORI<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">Intercalare:<br \/>\nA  d e s t a r e  l a  f i a m m a  d\u2019 a m o r e<br \/>\nN o n  \u00e8  q u e s t a,  S i l e n o,  l\u2019 e t \u00e0.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">Reime zu  a m o r e:<br \/>\nr o s s o r e<br \/>\na r d o r e<br \/>\nv i g o r e<br \/>\no r r o r e<br \/>\nf u r o r e<br \/>\ns a p o r e<br \/>\ns u d o r e<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nEgli \u00e8 ver, che suol l\u2019arido legno\r\n     Avampar pi\u00f9 giovin sul foco, \t\t(brava!)\r\n     Ma in amore non val questo gioco, \r\n     E t\u2019inganna, Sileno, il desir. \r\nD\u2019offerirmi gli affetti tuoi sterili\r\n     Come in volto non provi  r o s s o r e ?\r\n     A  d e s t a r e  l a  f i a m m a  d\u2019 a m o r e\r\n     N o n  \u00e8  q u e s t a,  S i l e n o,  l\u2019 e t \u00e0.\r\nSul giumento che a stento ti regge\r\n     Pel gran vin che a riprese tracanni, \r\n     Tendi invano alle ninfe gl\u2019inganni\r\n     Tu ti mostri, esse fuggono allor. \r\nE pel vino, e per gli anni che opprimonti, \r\n     A seguirle ti manca l\u2019 a r d o r e ,\r\n     C h e  a  d e s t a r e  l a  f i a m m a  d\u2019 a m o r e\r\n     N o n  \u00e8  q u e s t a,  S i l e n o,  l\u2019 e t \u00e0.\r\nTi destai con que\u2019gelsi che in viso\r\n     Ti scagliava per riso, per vezzo,\r\n     Ma ora sento del fatto ribrezzo, \r\n     Se lo scherzo tu interpreti amor. \r\n[465] Della tarda canizie col gelo\r\n     Non pu\u00f2 unirsi degli anni il v i g o r e ;\r\n     A  d e s t a r e  etc.\r\nCorri, corri, t\u2019invita il tuo Bacco\r\n     Che ha legate le tigri sul cocchio, \r\n     Ma pel vino mal fermo quell\u2019occhio\r\n     Vede tutto d\u2019intorno girar. \r\nTu nol siegui, e vai dietro alle ninfe,\r\n     Alle ninfe che ti hanno in  o r r o r e ; \r\n     C h e  a  d e s t a r e  etc.\r\nMa se poi speri avere uno sguardo, \r\n     Un accento, uno scherzo, un sospiro; \r\n     Non sperarlo che pi\u00f9 ti rimiro, \r\n     Pi\u00f9 del riso mi desti il desir; \r\nMa se poi ti fa audace Cupido, \r\n     Il mio riso si cangia in  f u r o r e ;\r\n     D i  d e s t a r m i  etc. \r\nCos\u00ec allor s\u2019eprimeva Licori, \r\n     Come appunto Virgilio ei dice, \r\n     In quel tempo amoroso e felice, \r\n     Che dell\u2019oro splendeva l\u2019et\u00e0; \r\nE l\u2019udiva Sileno bavoso\r\n     Tutto acceso di rabbia e  f u r o r e .\r\n     A  d e s t a r e  l a  f i a m m a  d\u2019 a m o r e\r\n     Q u e s t a  d u n q u e  n o n  s e m b r a  l\u2019 e t \u00e0 ;\r\nRipeteva Licori: se in petto\r\n     Delli scherzi ti senti desio,\r\n     Vedi come dell\u2019Indie il gran dio\r\n     T\u2019offre a scherzi un aperto sentier; \r\nVa a gustar delle viti ubertose\r\n     Il gradito e soave  s a p o r e ;\r\n     C h e  a  d e s t a r m i  etc.\r\nVedi come di gioia ripieni\r\n     Van fuggendo i Silvani pel monte, \r\n     E palesa cornuta la fronte\r\n     A ciascuno la gioia del cor. \r\nSu; t\u2019unisci a quel crocchio che sparge\r\n     Pel piacer dalla fronte il  s u d o r e ;\r\n     C h e  a  d e s t a r m i  etc.\r\n<\/pre>\n<p>[466] Den Reim  f u r o r e  hat die Dichterin zweimal vorgebracht, wahrscheinlich, weil sie im Augenblick nicht den Gedanken zu  s a p o r e  fand. Die scherzhafte Beziehung des Thema\u2019s auf den arkadischen Namen unserer Taddei, Licori, wird der Leser schon bemerkt haben. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">Senario<\/h1>\n<p>Den Feinden des italienischen Komponisten, dessen einschmeichelnde Werke so ausgebreitetes gl\u00e4nzendes Gl\u00fcck gemacht, wird folgendes sechssilbiges Gedicht keinen guten Begriff von dem Urteil unserer Arkadierin in Sachen der Musik beibringen. Sie m\u00fcssen aber bedenken, da\u00df die Dichterin vor einem italienischen Publikum steht, da\u00df dieses Rossini allgemein anbetet, ein entgegengesetztes Urteil auf der B\u00fchne ausgepfiffen w\u00fcrde, und im Intercalare jedem individuellen Urteil schon vorgegriffen ist. \u00dcbrigens mag Rosa wirklich ihre wahre Meinung gesagt haben, denn es fehlt den neuern Italienern bei allen Talenten f\u00fcrs Wirkliche, Aus\u00fcbende, Lebendige doch oft Kritik und die Gabe der Abstraktion. Wer aber zu den Anbetern des ber\u00fchmten musikalischen Lope de Vega geh\u00f6rt, der singe in Jubel und Triumph die folgenden Senarien in ihrer Melodie ab. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">EUTERPE A ROSSINI<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">Intercalare:<br \/>\nL a  c e t r a  d i v i n a<br \/>\nS a p e s t i  t e m p r a r.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">Reime zu divina:<br \/>\nd e c l i n a<br \/>\ni n c h i n a<br \/>\nl a t i n a<br \/>\nr e g i n a<br \/>\nf e r i n a<br \/>\nm e s c h i n a<br \/>\nd e s t i n a<br \/>\nr a f f i n a<br \/>\ns p i n a <\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\n[467]  Rossini, ha tal suono\r\n     L\u2019aurata tua cetra,\r\n     Che dolce penetra\r\n     Nel fondo del cor; \r\nRossini, di gloria\r\n     Si cinto tu sei\r\n     Che Giove fra i Dei\r\n     Ti volle innalzar; \t\t(italienische Hyperbel.)\r\nRossini di pregi\r\n     Sei tanto fecondo\r\n     Che stupido il mondo \t(wahr im anderm Sinn.)\r\n     Hai fatto restar; \r\nStupor che con gli anni\r\n     Non cessa, o  d e c l i n a ;\r\n     L a  c e t r a  d i v i n a\r\n     S a p e s t i  t e m p r a r.\t(das Intercalare hat sich versp\u00e4tet.)\r\nLa critica invano\r\n     Ti punge, ti offende,\r\n     Pi\u00f9 grande ti rende,\r\n     Pi\u00f9 bello ti f\u00e0. \r\nAl lauro ch\u2019io t\u2019ergo\r\n     Ogn\u2019uomo  s\u2019 i n c h i n a ;\r\n     L a  c e t r a  etc. \r\nQuel Iopa, che innanzi\r\n     A Dido suonava\r\n     Aveva men brava\r\n     La mano di te; \r\nQuel Iopa, che onora\r\n     La musa  l a t i n a\t\t(war ein gef\u00e4hrlicher Reim.)\r\n     M i a  c e t r a  d i v i n a\r\n     N o n  s e p p e  i m i t a r.\r\nFra quanti finora\r\n     Mi furon seguaci, \r\n     Tu solo mi piaci, \r\n     M\u2019alletti tu sol; \t\t(Euterpe scheint also die Deutschen nicht zu kennen.)\r\n[467] Tu sol, che mi rendi\r\n     De\u2019cuori  r e g i n a\r\n     L a  c e t r a  d i v i n a\r\n     S a p e n d o  t e m p r a r.\r\nMa gli uomini grandi\r\n     Ch\u2019han sommo intelletto\r\n     D\u2019invidia l\u2019oggetto\r\n     Si rendono ognor; \r\nD\u2019invidia, che insulta\r\n     Con alma  f e r i n a\r\n     L a  c e t r a  d i v i n a\r\n     S e n t e n d o  t e m p r a r.\t(Gute Wendungen des Intercalare.)\r\nVorrebbe seguirti\r\n     Co\u2019vanni sul polo\r\n     Ma l\u2019alto tuo volo\r\n     Non puote seguir; \r\nChe rade la terra\r\n     L\u2019invidia  m e s c h i n a\r\n     L a  c e t r a  d i v i n a\r\n     S e n t e n d o  t e m p r a r.\r\nSi sforza l\u2019indegna\r\n     Con vecchi precetti\r\n     Trovar de\u2019difetti\r\n     Nel dolce tuo suon. \r\nMa invan, che alla gloria\r\n     Il mondo  d e s t i n a\r\n     L a  c e t r a  d i v i n a\r\n     C h e  t\u2019 o d e  t e m p r a r :\r\nSe alcuno rampogna\r\n     Il suon rimbombante, \r\n     Il cor trionfante\r\n     Risponde cos\u00ec:\r\n\u00c8 questa quell\u2019arte\r\n     Che tutto  r a f f i n a,\r\n     S i  l\u2019 a r p a  d i v i n a\r\n     S i  d e v e  t e m p r a r. \r\nLa vita dell\u2019uomo\r\n     Somiglia a quel fiore\r\n[469] Che sparge l\u2019odore,\r\n     Ma punge talor; \r\nLa lode sia rosa, \r\n     L\u2019invidia sia  s p i n a,\r\n     L a  c e t r a  d i v i n a\r\n     C o n t i n u a  a  t e m p r a r. \t(brava!)\r\n<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">Terzine<\/h1>\n<p>Nicht leicht k\u00f6nnte man das aufgegebene Thema lebhafter, dramatischer, rhetorischer erz\u00e4hlen nicht leicht den Charakter des Versma\u00dfes w\u00fcrdiger halten. Zu bemerken ist, da\u00df die Dichterin das &quot;gi\u00e0&quot; liebt, und es in historischen Themen gerne anbringt, bald damit in die Handlung einf\u00fchrt, bald es zur Steigerung der Lebhaftigkeit gebraucht. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">SAULLA CHE SI TRAFIGGE<br \/>\nSUL MONTE GELBO\u00c8<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nGi\u00e0 torna dalla Maga disperato\r\n     Il Rege d\u2019Israel, che udito avea\r\n     Da Samuel l\u2019inevitabil fato; \r\nIl cor gli preme acerba doglia e rea, \r\n     Piange ed insulta in suon d\u2019alta minaccia;\r\n     Ma pianger s\u00ec non insultar potea; \r\nRosso talor, talor pallido in faccia, \r\n     Ora innanzi si spinge, or torna indietro, \r\n     N\u00e8 sa quel si voglia, o quel che faccia. \r\nCos\u00ec con disperato e incerto metro\r\n     Passa il giorno funesto, infin che a notte\r\n     Torna tutto a mirar l\u2019orrido spetro; \r\nLungo il seguian per le silenti grotte\r\n     Tetri fantasmi, spaventose larve, \r\n     E immagini terribili e corrotte. \r\nNuovamente gigante gli comparve, \r\n     Nuovamente grid\u00f2 per ben tre volte:\r\n     Morrai Saulle, e in cos\u00ec dir disparve. \r\nNon morr\u00f2, con le chiome al vento sciolte\r\n[470] Esclam\u00f2 il Re del popolo diletto:\r\n     Ma morrai, ripetean le cupe volte. \r\nAlla seconda voce: Ah dunque stretto\r\n     Dal mio destin, del nuovo giorno ai rai\r\n     Sar\u00f2 solo d\u2019orror misero oggetto?\r\nSar\u00e0 ver ci\u00f2 che vidi ed ascoltai, \r\n     Oppur m\u2019inganna l\u2019agitata mente\r\n     Per soverchio dolor confusa assai?\r\nDisse; e ad un tratto divent\u00f2 furente, \r\n     E non avea Davidde con quel suono\r\n     Che calmar lo potea, bench\u00e8 demente. \r\nOde da lungi rimbombare il tuono, \r\n     Sull\u2019occhio ha il lampo, le saette in core, \r\n     E chiede morte per estremo dono. \r\nMa mille volte pur vivendo muore; \r\n     Ahi vita pi\u00f9 di morte disperata\r\n     Di rammarico piena, e di terrore!\r\nAl sorger dell\u2019aurora intorbidata, \r\n     Dell\u2019alta tromba in ascoltar l\u2019invito\r\n     Sente l\u2019anima in sen che si dilata; \r\nSi scuote, e corre alla battaglia ardito, \r\n     Ma vede a mezza via l\u2019Angel di morte, \r\n     Che la sentenza gli segn\u00f2 col dito. \r\nLe terribili cifre appena ha scorte, \r\n     Sente piegarsi le ginocchia al suolo; \r\n     E tutto abbandonato alla sua sorte\r\nGrida fremendo: Ah! si finisca il duolo, \r\n     E dai mali ch\u2019io soffro, a dalla vita\r\n     Mi tolga in questo giorno un punto solo. \r\nVolge poi l\u2019occhio, ed ahi cruda ferita\r\n     Pel cuor d\u2019un padre! de\u2019trafitti figli\r\n     Vede l\u2019alma dal petto a far partita. \r\nAllora s\u00ec, che gli ricopre i cigli\r\n     Un vel di morte, e sente intorno al core\r\n     Di mille furie i sanguinosi artigli. \r\nTragge l\u2019acciar dalla vagina fuore, \r\n     E gridando: Ti appaga, Eterno Iddio;\r\n     Spinge la punta in mezzo al petto e muore, \r\n     Spargendo sul terren di sangue un rio. \r\n<\/pre>\n<p>[471] Das d\u00fcnkt mich sch\u00f6n erz\u00e4hlt, das ist ein Meisterwerk von Dichtung aus dem Stegreif, und wenn man die feurige Phantasie, die raschfolgenden Auftritte und Begebenheiten, die Klarheit und Anschaulichkeit des Ausdrucks, die Kraft und Gewalt des Rhythmus, die rhetorische Auswahl der Pr\u00e4dikate und Epitheten, und das was der Italiener lingua elevata nennt, wenn man dies betrachtet, so scheint es fast unm\u00f6glich, da\u00df es improvisiert worden. Wie es aber im Munde der Dichterin, im Augenblick seiner Entstehung, in der Majest\u00e4t seiner Melodie ergriffen haben mag, kann jeder ermessen. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">Ottonario<\/h1>\n<p>Abermals ein Gedicht mit Intercalarvers, aber ein achtsilbiges. Wir machen auf den artigen Schlu\u00df aufmerksam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">IL PREGIO DELLA ROSA<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">Intercalare:<br \/>\nS e i  t u  r o s a  r u g i a d o s a<br \/>\nL a  r e g i n a  d\u2019 o g n i  f i o r. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">Reime zu r u g i a d o s a :<br \/>\ns p i n o s a<br \/>\ns p o s a<br \/>\nn a s c o s a<br \/>\nr i t r o s a<br \/>\np o s a<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nRosa sei simbol divino, \r\n     E pel fiore e per lo stelo, \r\n     Quando cedi al brumal gelo, \r\n     Quando al tiepido calor. \r\nCome te dell\u2019uman vivere\r\n     \u00c8 la via scabra e  s p i n o s a ;\r\n     S e i  t u  r o s a  r u g i a d o s a\r\n     L a  r e g i n a  d\u2019 o g n i  f i o r. \r\nIl Giacinto, l\u2019Amaranto, \r\n     Ed il Croco e la Giunchiglia, \r\n     E dei fiori la famiglia\r\n[472] Non ha alcun simile a te. \r\nDi te sol s\u2019adorna il crine\r\n     All\u2019altar la fresca  s p o s a ;\r\n     S e i  t u  r o s a  etc.\r\nE Catullo, Ariosto e Tasso\r\n     A vezzosa verginella\r\n     Te vivace, quanto bella, \r\n     Somigliarono talor. \r\nCh\u2019or ti mostri, e fra le siepi\r\n     Or modesta stai  n a s c o s a ;\r\n     S e i  t u  r o s a  etc.\r\nQuel buon vecchio Anacreonte\r\n     Di te sol cingeva il crine; \r\n     E di vita sul confine\r\n     Sol di te sapea cantar; \r\nSol per te dettava rime\r\n     La sua Musa allor  r i t r o s a. \t(verungl\u00fcckt.)\r\n     S e i  t u  r o s a  etc.\r\nEgli \u00e8 ver che un giorno a Venere\r\n     Il bel piede tu pungesti,\r\n     E il colore ne traesti\r\n     Che gelosa sai serbar. \r\nMa non t\u2019odia, anzi gentile\r\n     Sulle fronde tue si  p o s a \r\n     S e i  t u  r o s a  r u g i a d o s a\r\n     L a  r e g i n a  d\u2019 o g n i  f i o r. \r\n<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align:center; font-size:105%;\">Settenario<\/h1>\n<p>H\u00fcbsch erz\u00e4hlt. Abermals das &quot;gi\u00e0&quot;. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\">IL RITORNO DI CLELIA A ROMA<\/p>\n<pre class=\"aei-poetry1\">\r\nGi\u00e0 le Romane giovani\r\n     Son tratte a indegno ostaggio, \r\n     Ma sopportar l\u2019oltraggio\r\n     Non pu\u00f2 di Clelia il cor; \r\nQuando la notte stende\r\n[473] Pi\u00f9 fosco il denso velo, \r\n     Volto lo sguardo a cielo\r\n     Cos\u00ec favella in se:\r\nDunque Porsenna altero\r\n     Andar potr\u00e0 del vanto, \r\n     D\u2019aver veduto il pianto\r\n     Dal ciglio mio sgorgar?\r\nAh! Non fia mai; chi nacque\r\n     In vetta al Campidoglio, \r\n     Del natal suo l\u2019orgoglio\r\n     Fa sempre rispettar.\r\nFanciulle! or via, se intrepide\r\n     Siete, qual\u2019io mi sono,\r\n     Di libertade il dono\r\n     V\u2019invito a ricomprar; \r\nDisse: e nel cor magnanima, \r\n     Come feroce in volto, \r\n     Lascia al destrier disciolto\r\n     Tutto sul collo il fren;\r\nEd il destrier si slancia\r\n     Rapido in mezzo all\u2019onde,\r\n     Rimbombano le sponde\r\n     Di quello slancio al suon. \r\nL\u2019altre donzelle allora\r\n     A esempio cos\u00ec forte\r\n     Spezzano le ritorte \r\n     Ch\u2019hanno d\u2019intorno al pi\u00e8.\r\nE il nome della patria\r\n     Sol pronunciando ognora,\r\n     Colla novella aurora\r\n     Tornano a Roma in sen.\r\nFremon gli Etruschi intanto, \r\n     Corrono a lor d\u2019appresso, \r\n     Ma al vil non \u00e8 concesso\r\n     Il forte seguitar. \t\t\t(bene!)\r\nE mentre i dardi scagliano\r\n     Con non pi\u00f9 visto metro, \r\n     Tornan que\u2019dardi indietro\r\n     A ricader sul suol. \r\n[474] Porsenna a tal portento\r\n     Pi\u00f9 non si oppose al fato, \r\n     E il patto desiato\r\n     Segna di pace alfin;\r\nE Roma ne\u2019suoi Fasti\r\n     Nella sue eterna Istoria,\r\n     Questo d\u2019immensa gloria\r\n     Fasto novel segn\u00f2.\r\n<\/pre>\n<p>Damit schlie\u00dfen wir die Proben des Talentes unserer Taddei.* Leid tut es uns, noch sagen zu m\u00fcssen, da\u00df sie zuweilen wohl auch, um dem Publikum ihre Virtuosit\u00e4t zu zeigen, in Einem Thema alle diese sieben angef\u00fchrten Versma\u00dfe wechselt. Eine solche unpoetische Spielerei, wie wir\u2019s mit dem gelindesten Ausdruck nennen wollen, ist ihrer nicht w\u00fcrdig. Die beigef\u00fcgten Melodien, in denen [475] sie ihre Gedichte vortr\u00e4gt, sind zum Teil eigens f\u00fcr sie komponiert. Wir glauben damit dem Freunde der Musik ein um so willkommeneres Geschenk zu machen, als er damit au\u00dfer den versi accentati alle gew\u00f6hnlichen lyrischen Versma\u00dfe der Italiener begleiten kann. <\/p>\n<p>*Da der Tod Leo\u2019s XII. und das langwierige Konklave keine \u00f6ffentliche Belustigung auch der geistigen Art erlaubt, so konnte unsere Taddei nur einmal in &quot;Argentina&quot; auftreten. Daf\u00fcr aber haben wir einen noch bessern und ungest\u00f6rtern Genu\u00df gehabt. Die Dichterin bot sich mir zu einer Privatakademie an, und ich verdanke es den Ben\u00fchungen des Malers Rugendas, da\u00df sich wohl an vierzig junge M\u00e4nner, meist deutsche K\u00fcnstler, zusammenfanden. Allgemein war die lebhafte Teilnahme, als die Erwartung durch das erste Gedicht befriedigt wurde, und wiewohl nur wenige unter der Gesellschaft mit der Sprache hinl\u00e4nglich vertraut sein mochten, so war es doch wenigstens der Anblick der prophetischen Arkadierin, deren Angesicht sofort ein anmutiger Hauch von Jugend, Geist und Seele verkl\u00e4rte, ihre Bescheidendeit, ihr Anstand, ihre nat\u00fcrliche ungezwungene W\u00fcrde, ihre reine Weiblichkeit, welche kein Herz unger\u00fchrt lie\u00df. Sie behandelte neun Themen, und ich hatte die gr\u00f6\u00dfte Not, sie abzuhalten, da\u00df sie nicht noch mehrere sang. Gewi\u00df konnten die unerm\u00fcdeten Bem\u00fchungen des Malers Rugendas und meine eigene Absicht nicht besser gekr\u00f6nt werden, denn die Akademie gl\u00fcckte im h\u00f6chten Grade; schwerlich mochten sich noch so viele deutsche K\u00fcnstler im Haus einer Improvvisatrice zusammengefunden haben; die Gesellschaft eignete sich, der Taddeischen Familie Achtung einzufl\u00f6\u00dfen, denn Anstand und Artigkeit herrschte in ihr, und der Vater der Dichterin verwunderte sich zuweilen \u00fcber die Gustav-Adolf-B\u00e4rte. Deutschland war w\u00fcrdig repr\u00e4sentiert durch seine K\u00fcnstler, und Italien wahrlich durch seine neue Corinna. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Notes:<\/strong><\/p>\n<div id=\"aei-blocktext\">\n<p>Intended for Cotta&apos;s <i>Morgenblatt f\u00fcr gebildete St\u00e4nde<\/i>, but the manuscript sent to Cotta was lost. The music to which Taddei&#8217;s improvisations were set is reproduced on pp. 476-79.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<dl id=\"aei-dl-meta-unimportant\">\n<dt>Collected by:<\/dt>\n<dd> AE<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In an article specifically focused on Taddei, Waiblinger discusses the poetical talents and education of Italian improvisatori, and names the former among the most skilled improvisatori of her time. Waiblinger provides written records of a number of Taddei&#8217;s improvised poems to illustrate the different poetic forms the improvisatrice commands, and to show how she incorporates the mandatory rhymes she is given by the audience. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,134],"tags":[55,73,68],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/564"}],"collection":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=564"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/564\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2332,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/564\/revisions\/2332"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}