{"id":660,"date":"2016-05-13T22:36:10","date_gmt":"2016-05-14T02:36:10","guid":{"rendered":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=660"},"modified":"2016-08-24T11:23:08","modified_gmt":"2016-08-24T15:23:08","slug":"suid200","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=660","title":{"rendered":"Jean Paul, <i>Titan<\/i>"},"content":{"rendered":"<div id=\"aei-root\" lang=\"en-GB\"><!-- suid=200 --><\/p>\n<dl id=\"aei-dl-meta\">\n<dt>Performer Name:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Performance Venue:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Performance Date:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">&nbsp;<\/dd>\n<dt>Author:<\/dt>\n<dd>Jean Paul [Richter, Johann Paul Friedrich]<\/dd>\n<dt>Date Written:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Language:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\"> German<\/dd>\n<dt>Publication Title:<\/dt>\n<dd> Titan<\/dd>\n<dt>Article Title:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Page Numbers:<\/dt>\n<dd>3:674-676<\/dd>\n<dt>Additional Info:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">Qtd from <i>Werke<\/i>,  ed. Gustav Lohmann<\/dd>\n<dt>Publisher:<\/dt>\n<dd>Carl Hanser<\/dd>\n<dt>Place of Publication:<\/dt>\n<dd>Munich<\/dd>\n<dt>Date Published:<\/dt>\n<dd>1959<\/dd>\n<\/dl>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Text:<\/strong><\/p>\n<blockquote id=\"aei-blockquote\"  lang=\"de\">\n<p>[674] &quot;Man sollte&quot; (sagte Dian) &quot;das pr\u00e4chtige Welschland noch auf der Grenze besingen, wenn man von dem Kastellan eine Gitarre [675] bek\u00e4me.&quot; Er ging und brachte eine. Nun fing er an italienisch zu improvisieren an. Er sang: &quot;In Apollo wirde die alte Liebe nach dem vorigen Sch\u00e4ferlande auf der Erde und nach der verlornen verh\u00fcllten Daphne wieder wach &mdash; er stieg vom Himmel, um beide zu finden &mdash; ihm hatte Jupiter den Momus mitgegeben, der ihm das H\u00e4\u00dfliche zeigen sollte, damit er zur\u00fcckfliege &mdash; als ein sch\u00f6ner l\u00e4chelnder J\u00fcngling ging er \u00fcber die Inseln, durch die Ruinen der Tempel, durch ewige Bl\u00fcten, vor g\u00f6ttlichen Gem\u00e4lden einer unbekannten hehren Jungfrau mit einem Kinde und vor neuen T\u00f6nen vor\u00fcber und zog wie \u00fcber die Zauberkreise einer sch\u00f6nern neuen Erde. &mdash; Vergeblich zeigte Momus ihm die M\u00f6nche und Seer\u00e4uber und seine von der Zeit niedergeworfnen Tempel und lie\u00df ihn spottend Thermens\u00e4ulen f\u00fcr Tempels\u00e4ulen nehmen &mdash; der Gott sah hinauf zum hohen kalten Olymp und sah herab auf dies warme Land, auf diese gro\u00dfe goldne Sonne, diese hellblauen N\u00e4chte, diese ewigbl\u00fchenden D\u00fcfte, diese Zypressen, diese Myrten- und Lorbeerw\u00e4lder und sagte: hier ist Elysium, nicht in der Unterwelt, nicht auf dem Olymp &mdash; da gab ihm Momus ein Lorbeerzweig von Virgils Grabe* und sagte: das ist deine Daphne. Jetzt erz\u00fcrnte sich seine gro\u00dfe Schwester Diana, sie gab Daphnen ihre Gestalt und Kleidung, als komme sie aus den W\u00e4ldern der Pyren\u00e4en her\u00fcber; aber er erkannte die Geliebte und ging mit ihr in den Olympus zur\u00fcck.&quot; &mdash; Als Dian das sang und die Lieder mit den Saitent\u00f6nen fliegen lie\u00df, so standen hoch dr\u00fcben im Himmel die ewigen Glanz-Geb\u00fcrge aus Eis, von den Bergen flatterten Quellen und Schatten in den hellen See, und der Abend bewegte sich entz\u00fcndet und entz\u00fcckt. Da ergriff der stille Albano die Saiten, senkte das Auge in den Blitz der Geb\u00fcrge ein und fing err\u00f6tend an: &quot;Verweile, o S\u00e4nger, bei den hihen Geistern, die auf das Schlachtfeld zogen, t\u00f6tend, sterbend &mdash; und die aufbaueten die ewigen Tempel der Menschhet &mdash; verweile bei den reinen Demanten, die gl\u00e4nzend und fest unter dem Hammer des Schicksals bleiben &mdash; verweile bei der alten Zeit, bei dem Meere Roms, das ein Weltteil trug und die andern untergrub &mdash; aber fliehe vor der Zeit, die ihren Gipfel in ihren eignen [676] Krater senkte. &mdash; Verweile, S\u00e4nger, auf der H\u00f6he und schaue in den Garten der Welt herunter, der ein spielendes Menschenleben ist &mdash; die Ruine wird Fels, und der Fels Ruine &mdash; auf dem hohen Vorgeb\u00fcrge duftet die Bl\u00fcte, unten liegt das Meer mit offnem Rachen &mdash; \u00fcber die Scylla gl\u00e4nzen sch\u00f6ne H\u00e4user und Gassen zwischen dem Lager erschrecklicher Felsen. &mdash; Und der Gott fliegt \u00fcber das Land und sieht das Kind auf der Tempels\u00e4ule am Ufer und die G\u00f6ttertempel voll M\u00f6nche, die S\u00fcmpfe voll namenloser Ruinen und die K\u00fcste voll Bl\u00fcten und Grotten &mdash; und die bl\u00fchenden Myrten und Reben und die Feuerberge und die Inseln &mdash; und Ischia\u2026.<\/p>\n<p>Aber ihm ersank die best\u00fcrmte Gitarre und die Stimme, das Auge ging tief in den Himmel und in das Leben des Menschen ein, und er entfernte sich, um das laute Herz zu stillen. In der k\u00f6hlenden Einsamkeit bemerkte er, wie weit schon die Sonne hinabgeflogen sei wie mit Amorsfl\u00fcgeln durch einen k\u00e4ltern Himmel; &mdash; er kehrte schnell zur\u00fcck, in der Abendr\u00f6te schlug seine Scheidestunde aus.<\/p>\n<p>*Dian liebte den Virgil nicht.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Notes:<\/strong><\/p>\n<div id=\"aei-blocktext\">\n<p><i>Titan<\/i> originally published 1800-1803<\/p>\n<\/p><\/div>\n<dl id=\"aei-dl-meta-unimportant\">\n<dt>Collected by:<\/dt>\n<dd> AE<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>As a farewell to Italy, the land he and his companions are about to leave, the character Dian composes his own parodic version of an Italian improvisation. Albano follows this humorous performance with another improvisation, in the course of which he becomes emotional and finds his imagination carried into the landscape.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,134],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/660"}],"collection":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=660"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/660\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2356,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/660\/revisions\/2356"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}