{"id":682,"date":"2016-05-13T22:43:56","date_gmt":"2016-05-14T02:43:56","guid":{"rendered":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=682"},"modified":"2016-08-24T11:59:50","modified_gmt":"2016-08-24T15:59:50","slug":"suid211","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/?p=682","title":{"rendered":"Johann Wolfgang von Goethe, <i>West-\u00f6stlicher Divan<\/i>"},"content":{"rendered":"<div id=\"aei-root\" lang=\"en-GB\"><!-- suid=211 --><\/p>\n<dl id=\"aei-dl-meta\">\n<dt>Performer Name:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Performance Venue:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Performance Date:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">&nbsp;<\/dd>\n<dt>Author:<\/dt>\n<dd> Goethe, Johann Wolfgang von<\/dd>\n<dt>Date Written:<\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/dd>\n<dt>Language:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\"> German<\/dd>\n<dt>Publication Title:<\/dt>\n<dd> West-\u00f6stlicher Divan<\/dd>\n<dt>Article Title:<\/dt>\n<dd>Naturformen der Dichtung; Pietro della Valle<\/dd>\n<dt>Page Numbers:<\/dt>\n<dd>1.3(1):206-208; 1.3(1):251<\/dd>\n<dt>Additional Info:<\/dt>\n<dd class=\"aei-half-line-below\">Qtd from <i>S\u00e4mtliche Werke. Briefe, Tageb\u00fccher und Gespr\u00e4che<\/i>, section I, vol. 3, part 1, ed. Hendrik Birus<\/dd>\n<dt>Publisher:<\/dt>\n<dd>Deutscher Klassiker Verlag<\/dd>\n<dt>Place of Publication:<\/dt>\n<dd>Frankfurt am Main<\/dd>\n<dt>Date Published:<\/dt>\n<dd>1994<\/dd>\n<\/dl>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Text:<\/strong><\/p>\n<blockquote id=\"aei-blockquote\"  lang=\"de\">\n<p>[206] NATURFORMEN DER DICHTUNG<\/p>\n<p>Es giebt nur drey \u00e4chte Naturformen der Poesie: die klar erz\u00e4hlende, die enthusiastisch aufgeregte und die pers\u00f6nlich handelnde: <i>Epos<\/i>, <i>Lyrik<\/i> und <i>Drama<\/i>. Diese drey Dichtweisen k\u00f6nnen zusammen oder abgesondert wirken. In dem kleinsten Gedicht findet man sie oft beisammen, und sie bringen eben durch diese Vereinigung im engsten Raume das herrlichste Gebild hervor, wie wir an den sch\u00e4tzenswerthesten Balladen aller V\u00f6lker deutlich gewahr werden. Im \u00e4lteren griechischen Trauerspiel sehen wir sie gleichfalls alle drey verbunden und erst in einer gewissen Zeitfolge sondern sie sich. [&#8230;]<\/p>\n<p>[207] H\u00f6re man aber nun den modernen Improvisator auf \u00f6ffentlichem Markte, der einen geschichtlichen Gegenstand behandelt; er wird, um deutlich zu seyn, erst erz\u00e4hlen, dann, um Interesse zu erregen, als handelnde Person sprechen, zuletzt enthusiastisch auflodern und die Gem\u00fcther hinrei\u00dfen. So wunderlich sind diese Elemente zu verschlingen, die Dichtarten bis ins Unendliche mannigfaltig; und de\u00dfhalb auch so schwer eine Ordnung zu finden, wornach man sie neben oder nach einander aufstellen k\u00f6nnte. Man wird sich aber einigerma\u00dfen dadurch helfen da\u00df man die drey Hauptelemente in einem Kreis gegen einander \u00fcberstellt und sich Musterst\u00fccke sucht, wo jedes Element einzeln obwaltet. Alsdann sammle man Beyspiele die sich nach der einen oder nach der andern Seite hinneigen, bis endlich die Vereinigung von allen dreyen erscheint und somit der ganze Kreis in sich geschlossen ist. <\/p>\n<p>Auf diesem Weg gelangt man zu sch\u00f6nen Ansichten, sowohl der Dichtarten, als des Charakters der Nationen und ihres Geschmacks in einer Zeitfolge. Und obgleich diese Verfahrungsart mehr zu einer Belehrung, Unterhaltung und Ma\u00dfregel, als zum Unterricht anderer geeignet seyn mag, so w\u00e4re doch vielleicht ein Schema aufzustellen, welches zugleich die \u00e4u\u00dferen zuf\u00e4lligen Formen und diese inneren nothwendigen Uranf\u00e4nge in fa\u00dflicher Ordnung darbr\u00e4chte. Der Versuch jedoch wird immer so schwierig seyn als in der Naturkunde das Bestreben den Bezug auszufinden der \u00e4u- [208] \u00dferen Kennzeichen von Mineralien und Pflanzen zu ihren inneren Bestandtheilen, um eine naturgem\u00e4\u00dfe Ordnung dem Geiste darzustellen. <\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[251] PIETRO DELLA VALLE<\/p>\n<p>Aus einem uralten r\u00f6mischen Geschlechte das seinen Stammbaum bis auf die edlen Familien der Republik zur\u00fcckf\u00fchren durfte, ward <i>Pietro della Valle<\/i> geboren, im Jahre 1586 zu einer Zeit da die s\u00e4mmtlichen Reiche Europens sich einer hohen geistigen Bildung erfreuten. In Italien lebte Tasso noch, obgleich in traurigem Zustande; doch wirkten seine Gedichte auf alle vorz\u00fcgliche Geister. Die Verskunst hatte sich so weit verbreitet, da\u00df schon Improvisatoren hervortraten und kein junger Mann von freyern Gesinnungen des Talents entbehren durfte sich Reimweis auszudr\u00fccken. Sprachstudium, Grammatik, Red- und Stylkunst wurden gr\u00fcndlich behandelt, und so wuchs in allen diesen Vorz\u00fcgen unser J\u00fcngling sorgf\u00e4ltig gebildet heran. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"aei-one-line-down\"><strong>Notes:<\/strong><\/p>\n<div id=\"aei-blocktext\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/p><\/div>\n<dl id=\"aei-dl-meta-unimportant\">\n<dt>Collected by:<\/dt>\n<dd> AE<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In &#8220;Naturformen der Dichtung,&#8221; Goethe uses improvisation as an example to discuss the basic structures of poetry. Goethe regards the unification of the three forms of poetry in the art of improvisation as a marker of both its sophisticated beauty and its closeness to ancient poetry, and suggests its relation to the &#8220;character of the nations.&#8221; In &#8220;Pietro della Valle,&#8221; the rise of improvisation in 16th century Italy serves as context for a description of the young man&#8217;s splendid education. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,134],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/682"}],"collection":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=682"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/682\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2371,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/682\/revisions\/2371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/romanticimprov.utoronto.ca\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}